Xiamen!!!

Veröffentlicht auf von Ben27

17.01.2012

 

 

 

                                Trainerlehrgang???

 

 

 

Dienstag war wieder um 8.00 Uhr Frühstück. Mein Handy weckte mich halb acht und ich quälte mich relativ müde aus dem Bett. Schnell Katzenwäsche und Zähne geputzt, ging es runter zum Frühstück. Ich aß jetzt meist immer Toast mit Ei oder Marmelade, dazu schwarzen Tee und ein Glas Orangensaft. Gestärkt zog ich mich aufs Zimmer zurück. Nach einer kurzen Verschnaufpause stand das erste Training an. Mit dem Bus fuhren wir zum Trainingsgelände. Es war ein ziemliches Durcheinander heute Morgen. Parallel zum Training absolvierten anscheinend mehrere Trainer ihren Trainerschein und das unter Anleitung eines deutschen Coaches. Die Truppe wurde daraufhin geteilt. Einige spielten nur Kreis oder machten gar nichts, andere trainierten bei einem der Trainer aus der Gruppe des Deutschen und ich sollte mit den 2 Afrikanern nur Laufen. So richtig verstand ich es nicht, aber in Asien war eh alles anders. Da war China keine Ausnahme. Nach ein paar Runden kam unser Trainer auf mich zu und schickte mich zu den Jungs, die mit den Trainerscheinabsolventen trainierten. Das Programm wurde vor jeder Einheit immer haarklein erklärt. Wir erwärmten uns 20 Minuten und sollten danach im taktischen Bereich arbeiten. Verschieben zu den Positionen war angesagt. Es wurde viel unterbrochen und erklärt, sodass man kaum Fußball spielte. Das zog sich das gesamte Training so hin. Trotzdem waren wir gut 2 Stunden auf dem Platz. Jedes Training wurde mit einem Kreis beendet, in dem der Coach ein paar Worte sagte. Da man wusste, dass ich deutscher war, schickte man mich zum Trainer des Lehrganges, um mit ihm ein paar Worte zu wechseln. Ich begrüßte ihn und er war überrascht, einen Landsmann zu treffen. Er dachte ich wäre Australier. ;) Deutsche sieht man wohl nicht so oft in China. Wir unterhielten uns eine Weile. Er sagte mir, dass dieser Lehrgang vergleichbar ist mit dem Fußballlehrer in Deutschland. Der Unterschied war, dass dies hier in knapp 3 Monaten durchgezogen wurde und nicht wie bei uns in 6- 10. Weiterhin waren es bereits alles schon Trainer, die Vereine in der ersten und zweiten Liga coachten. Das war bei uns erst mit Beendigung der Trainerlizenz möglich. Es war  ein interessantes Gespräch und wir verabschiedeten uns freundlich. Sie waren noch die ganze Woche hier und wir würden noch das ein oder andere Mal mit ihnen trainieren, meinte er. Ich begab mich zum Bus und es ging zurück zum Hotel. Man hatte nie viel Zeit sich fertigzumachen, weil die Einheiten immer sehr lange dauerten. Nach dem Mittagessen war es auch nicht länger als eine Stunde und dann ging es bereits zur zweiten Einheit. Wieder trainierten wir mit den Fußballlehrern. Diesmal erklärte ein anderer Trainer die Übungen. Wir machten uns knappe 30 Minuten warm und begannen mit Passformen. Danach stand Angriff gegen Abwehr zur Debatte. Das war ganz gut, denn dann konnte man endlich wieder etwas Fußball spielen. Es wurde aber trotzdem ständig unterbrochen und ich hatte auch den Eindruck, dass meine Mitspieler relativ genervt waren. Mir blieb jedoch nichts anderes übrig als Gas zu geben. Immerhin durfte ich mittrainieren, alle anderen Ausländer waren nur Zuschauer oder brauchten erst gar nicht mit auf den Platz. Der Trainer hier verlangte, dass wenn ein gegnerischer Spieler in eine pressbare Situation kam, 3 Mann ihn zustellen sollten. Ich verstand nicht, warum 3 Mann einen einzigen Spieler attackieren sollten, aber notgedrungen machte ich natürlich mit. Jetzt spielten wir ein paar Durchgänge etwas länger 6-6 und ich präsentierte mich ganz gut. Das war das einzig Entscheidende. Eason war meist an meiner Seite und übersetzte eifrig alles, was vorgegeben wurde. Langsam neigte sich die Einheit dem Ende entgegen, wir bedankten uns wieder mit einem Kreis beim Coach, wechselten unsere Schuhe und liefen zum Bus. Zurück im Hotel wusch ich meine Sachen. Die Trainingsklamotten wurden hier nicht gewaschen, so wie ich es aus Deutschland gewohnt war, hier hieß es selbst ist der Mann. Das kannte ich aber schon aus Vietnam, dort war es ähnlich. Mittlerweile stellte das auch kein Problem mehr für mich dar. Waschbecken volllaufen lassen, Shampoo rein, kräftig durchrubbeln die Klamotten und nach einiger Zeit auswringen und aufhängen. Fertig! War doch ganz einfach. ;) Nach getaner Arbeit fuhr ich nach unten zum Dinner. Ein weiter Punkt, der beim Essen auffiel, war, dass die Chinesen sich nie viel Zeit ließen, dabei. Es wurde in Windeseile alles heruntergeschlungen und auch nicht gewartet, bis alle fertig waren. Wer aufgegessen hatte, stand auf und ging. Wir waren jedes Mal die Letzten beim Essen, weil wir in Ruhe speisten, wie sich das auch gehört. Wir unterhielten uns am Tisch meist darüber, warum die anderen Jungs nicht trainieren durften, aber eine Antwort hatte natürlich keiner. Ich wusste nicht, was mit Patrick und Gledson war, aber bei den anderen zwei ahnte ich insgeheim den Grund. Sie waren einfach schlecht, und wenn du in Asien nicht beim ersten Eindruck überzeugst, hast du meist keine Chance mehr. Da war es in China fast noch härter als in Vietnam. Denn hier, wie man sah, ließen sie dich dann links liegen. Knallhart! Zum Glück erging es mir nicht so. Später zog ich mich wieder auf mein Zimmer zurück, schaute noch ein wenig den Sportkanal CCTV 5, auf dem rund um die Uhr, Baskketball oder internationaler Fußball übertragen wurde, und legte mich danach hin....

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Veröffentlicht in China

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