Hanoi!!!
14.11.2011
Früh morgens ging es los. Schnell unter die Dusche gesprungen, Koffer waren ja bereits gepackt und so musste nur noch ausgecheckt werden. Mein Koffer war die reinste Katastrophe. Ich hatte das Gefühl, dass er 100 Kilo wiegen würde und zu allem Überfluss funktionierte auch eine Rolle nicht mehr richtig. Das bedeutete ich schleppte das Ding mehr durch die Gegend. Taxen waren bestellt und ab ging die Fahrt zum Flughafen. Moses, Micky und ich nahmen ein Taxi. Mehdi und Jenny mussten ein anderes nehmen, weil Mehdi ja jedes Mal durch seine Filmerei Gepäck für 5 Jahre dabei hatte. Marco sollte erst abends fliegen. Wir kamen zuerst am Airport an und warteten vergeblich auf Jenny und Mehdi. Ich rief die Beiden an und sie waren zum Terminal international Flights gefahren. Da hätten wir noch lange warten können. :) Kurze Zeit später sollten sie uns dann aber doch finden. Yessss! Am Check-in Schalter gab es Probleme mit Moses und meinem Gepäck. Übergewicht! Konnte ich mir gar nicht vorstellen, mit meinem zarten Köfferchen. :D Naja so mussten wir erst an einem anderen Schalter 10-15 Euro berappen, bevor wir einchecken konnten. Für Inlandsflüge galten nämlich 20 Kilo als Limit. Ich hatte ja nur lockere 35. :D 5 Kilo Sachen und 30 der Sche....Koffer. Sorry! ;) Doch letztendlich hat alles geklappt und wir saßen rechtzeitig im Flieger. Gute 2 Stunden später landeten wir in Hanoi. Moses und Micky hatten ihr Gepäck bereits, da wartete ich immer noch auf mein gutes Stück. Ich denke mal sie mussten Verstärkung anfordern. Die kleinen Vietnamesen schafften es wohl nicht alleine, das Ungetüm zu heben. :DDD Und siehe daaaaa, mein Schatz kam das Band entlang gerollt. Mit festem Griff packte ich ihn und ab ging es zum Taxistand. Die Adresse war etwas unklar und so fuhren wir erst mal auf blauen Dunst los. Eine Stunde sollte die Fahrt dauern und wir fanden dann doch nach anfänglichen Schwierigkeiten unsere Unterkunft. Gespannt stiegen wir aus. Was kam jetzt. Ein Empfangskomitee gab es schon mal nicht. ;) Das Gebäude sah noch nicht richtig fertiggestellt aus und nach dem wir eintraten, bemerkten wir, dass es das auch noch nicht war. Es war sehr staubig, schmutzig und dreckig. Der Untergrund war nicht poliert und überall waren noch Flecken von der Zementierung zu erkennen. Nichts war poliert oder gereinigt. Das fing ja gut an. :) Nach ein paar Minuten geleitete uns dann auch jemand zu unserem Zimmer. Hier erlebten wir den nächsten Schock. Ich war nicht beim Bund, aber schlimmer können die Feldbetten dort auch nicht gewesen sein. Die Matratze war härter als der Boden.
Dieser war wie im Übrigen mehr als dreckig und total verstaubt. Viel Zeit, um uns darüber zu ärgern, hatten wir jedoch nicht, denn die erste Einheit stand direkt auf dem Programm. Micky marschierte los, um Trainingssachen besorgen und kam mit einer interessanten Ausbeute wieder. Anscheinend gab es nur noch Sachen in Größe S. :D Als die Beiden ihre Trainingsshirts anzogen, lag ich vor Lachen in der Ecke. Es sah aus als würden sie ein Top tragen. :DDD Ich weiß auch gar nicht, was die Zwei hatten, mir passten die Sachen wie angegossen. ;) Man kann sich auch anstellen. :) So ging es dann raus zum Platz. Dort erwartete uns das nächste Highlight. Als wir aus dem Gebäude kamen, erblickten wir ungefähr 60 Spieler. Wir dachten zuerst, dass das ja nur ein Scherz sein kann, aber wie wir feststellen sollten, war es das nicht. Es waren so um die 35 Vietnamesen und 25 Ausländer. Die meisten waren Afrikaner, eigentlich alle. Neben Micky und mir gab es nur noch einen anderen Weißen. Nach einer kurzen Weile stellten sich alle in 3 reihen auf und der Trainer sagte ein paar Worte. Es gab auch einen Dolmetscher, der aber leider kein sehr gutes Englisch sprach. Der Coach begrüßte uns drei danach und dann ging es auch schon los. Zur Erwärmung wurde Kreis gespielt. Also nichts Außergewöhnliches. Im Anschluss folgte eine Art Lauf ABC und kurze Sprints. Nun wurde die Gruppe geteilt. Die meisten Vietnamesen verabschiedeten sich in die eine Hälfte, wir und die restlichen Probespieler auf die andere Seite. Hier wurden noch mal verschiedene Gruppen gemacht, es waren ja auch genug Spieler da. Jetzt sollte eine Spielform Abwehr gegen Angriff folgen. Wir spielten 5-5 auf ein Tor. Es war ein ziemliches Durcheinander, aber das war nun egal. Es kam jetzt darauf an, zu zeigen, dass wir besser sind, als die Anderen. Ich erinnerte mich an die Worte von Frank und versuchte Vollgas zu geben. Die Einheit verlief ganz ordentlich, aber ich war nicht ganz zufrieden. Nun waren noch Torschüsse an der Reihe. Dabei ging es aber mehr als konfus zu. Zwei Mann sollten sich den Ball hin und her schieben und dann 20 Meter vor dem Tor abschließen. Doch ihr könnt euch denken, wie das aussah mit knapp 30 Spielern. Danach war das Training beendet. Wir machten noch ein wenig Stabi und dann ging es zurück ins Zimmer. Hier angekommen erwartete uns das nächste Problem, denn wir hatten keine Handtücher. Ich lief durch das Gebäude auf der Suche nach jemanden, der mir weiterhelfen konnte. Der Co-Trainer lief mir über den Weg und wir kamen ins Gespräch. Er erzählte mir, dass er ein Jahr in Deutschland war und er sprach auch ein paar Worte deutsch. Leider konnte er mir mit Handtüchern nicht weiter helfen, aber er war so nett, mir sein eigenes zu geben. Eine schöne Geste. Besser eins als keins hieß also das neue Motto. Ich machte mich wieder auf den Weg zu den anderen Beiden. Und ich erlebte mein blaues Wunder. Moses wischte schon den Boden und Micky fühlte den Eimer mit Wasser auf. Aus Fußballern wurden Putzteufel. :) So schnell geht das. Ich fügte mich natürlich gleich nahtlos ein.
So brachten wir unser neues Heim gleich mal auf Vordermann. Tipp Top!!! ;) Brüderlich teilten wir uns das Handtuch und dann ging es zum Abendessen. Das Essen war wirklich gut und auch sehr reichlich. Es gab einen großen Topf mit Reis und dazu wurde Fisch, Fleisch, Ei und Gemüse gereicht. Nach dem Dinner machten wir uns auf dem Weg zum Hotel von Marco, Mehdi und Jenny. Sie waren ungefähr eine halbe Stunde entfernt im Zentrum von Hanoi. Zuerst ging es aufs Zimmer von Mehdi und Jenny, weil Marco noch nicht angekommen war. Wir berichteten von den Vorkomm-nissen und die Zwei lauschten gespannt. Es gab eine Menge zu lachen und manches war einfach nicht zu fassen. Mehdi meinte zu uns, wir sollen alles auf Video festhalten, damit er das später im Film verwenden kann. Das war der Anfang meiner neuen Karriere, denn jetzt sollte alles von mir auf Video festgehalten werden. Marco traf nun langsam ein und machte sich schnell frisch, damit es gleich losgehen konnte. Wir suchten einen Supermarkt auf, um Handtücher zu besorgen und kauften ebenso noch Brot, Marmelade und Erdnussbutter fürs Frühstück. Danach liefen wir in Richtung Zentrum.
Wir kamen an einen großen Platz, in dem sich in der Mitte ein Gebäude befand, welches mehrere Cafes und Restaurants beinhaltete. Es war wie ein Schiff aufgebaut und machte äußerlich was her. Natürlich war auch wieder ein Highlands Coffee vertreten. Marco und Co wollten noch was Essen. Wir hatten ja schon gegessen und waren auch sehr müde und fertig vom langen Tag. Es war auch schon gegen neun und so beschlossen wir, zurück zum Trainingscamp zu fahren. Arm raus, Taxi angehalten und ab ging es zurück zum Bund, ähhhh Quartier meinte ich. :D Auf dem Zimmer schaute ich mir noch einen Film an. Ich hatte mir extra für solche Fälle mehrere heruntergeladen. Die Augen wurden nun auch langsam schwer und unsere erste Nachtruhe sollte bevorstehen. Wenn man so müde war wie wir, dann konnte man eh überall schlafen. ;) Good Night Hanoi!!!