Qui Nhon!!!
30.11.2011
Nächster Tag und wieder derselbe Ablauf. Frühstück und danach Besprechung. Trainer redete, Linh übersetzte, also nichts Neues. Ich spielte wieder auf der 10, Alex begann rechts. Nach der Besprechung kam der Co-Trainer zu uns und meinte, dass Alex mit dem Team zurückfahren würde und ich hier bleibe. Ich war etwas ratlos und fragte noch einmal nach, aber es blieb dabei. Alex ging zu Linh, um zu fragen, was los sei und er sagte ihm, ich solle gut spielen, dann sehen wir weiter. Ich war natürlich etwas vor den Kopf gestoßen. Hatte mich mein Gefühl doch nicht getäuscht mit der Verletzung von Merlo..Alex meinte, ich sollte Frank anrufen, aber ich wollte jetzt vor dem Spiel nicht so viel Aufregung haben. Ich sagte zu mir, jetzt erst recht. Ich aß meine Spaghetti und ruhte mich auf dem Zimmer noch etwas aus. Später ging es ab zum Stadion. Der Trainer hatte außer mir komplett durchgewechselt und jetzt spielte eher die zweite Reihe. Ich ließ mich davon nicht beeindrucken und konzentrierte mich schon bei der Erwärmung von Anfang an. Das Programm kannte ich mittlerweile auch auswendig. 15.00 Uhr ging es wieder los. Der Start war vielversprechend. Wir spielten ganz gut nach vorne und ich war präsent. Wenn es gefährlich wurde, lief viel über mich. Plötzlich war ich ganz frei, bereit alleine aufs Tor zu laufen, aber der Pass war ungenau und kam nicht an. Mist! Danach sollte der Gegner auch mehr Kontrolle über das Spiel gewinnen und wir versuchten jetzt, fast nur noch mit hohen Bällen zu agieren. Das war für mich natürlich weniger gut und Mark hatte leichtes Spiel die Bälle rauszuköpfen. In der Phase bekamen wir dann auch das 0-1. Ich rannte jedem Ball hinterher, aber es sollte nichts mehr bringen, denn der Schiedsrichter pfiff zur Halbzeit. Ich war unzufrieden und hoffte wir würden uns in der zweiten Hälfte steigern. Ich sah, dass ich zwei, drei gute Spieler warm machten und wohl eingewechselt werden sollten. Ein gutes Zeichen, aber leider nicht für mich, denn der Coach sagte, ich gehe raus. Va Fangulo, Stronzo, Ce Cazzo! Das war es dann wohl, dachte ich nur. Dank zweier Torwartfehler gewannen wir natürlich auch noch. Super! Danke für nix...Keeper. Direkt nach dem Spiel kam der Trainer und Co.Trainer zu mir. Linh übersetzte, was sie zu sagen hatten. Sie meinten, ich wäre ein guter Spieler, aber aufgrund der Verletzung von Merlo brauchten sie einen 2.Stürmer. Surprise! Dann drückten sie mir 3 Millionen VND in die Hand und bedankten sich bei mir. Es war schon ein komischer Anblick ,mitten auf dem Fußballfeld Geld in die Hand gedrückt zu kommen. Hoyzer lässt grüßen. Das kannte ich ja von damals. Hier schien das jedoch völlig normal zu sein und so bedankte ich mich auch und wünschte viel Erfolg für die Saison. Später aß ich mit der Truppe und verabschiedete mich dann von ihnen. Alex verstand die Welt ebenso nicht mehr, aber so ist Fußball. Hart und ungerecht, selbst in Vietnam. Er wünschte mir alles Gute, stieg in den Bus und weg waren sie. Linh und ich blieben zurück. Im Hotel rief Frank bereits an und ich teilte ihm alles mit. Er verstand es auch nicht, aber so sind halt die Vietnamesen sagte er. Trotzdem wollte er noch mal nachhaken. Mein Rückflug war schon gebucht, morgen sollte es mit Linh, in aller früh zurück nach Saigon gehen. Später ging ich mit Mark und Linh noch ein Bierchen trinken. Das brauchte ich auch jetzt. Linh verabschiedete sich früher ins Hotel und so blieb ich Mark allein. Wir zogen weiter in eine Bar, in der wir aber nicht lange bleiben sollten, da wir alle paar Sekunden von zwei betrunkenen Vietnamesen belästigt wurden. Wir zahlten und machten uns auf den Heimweg. Die zwei Gays hatten jedoch noch nicht genug und folgten uns sogar nach draußen. Wir nahmen ein Taxi und selbst jetzt fuhr uns einer der Beiden auf seinem Bike hinterher. Ich war drauf und dran auszusteigen und der Mappe eine zu geben. Irgendwann drehte er endlich ab, ich setzte Mark am Stadion ab und fuhr zurück ins Hotel. Ich teilte mir die letzte Nacht mit Linh das Zimmer. Er schlief bereits und ich legte mich leise in mein Bett. Der Abend passte zum Tag, dachte ich, und schloss die Augen...