Spiel!

Veröffentlicht auf von Ben27

11.11.2011

 

 

                                      First Match!

 

 

Für uns stand heute leider kein Karneval zur Debatte. So was kannte man hier nicht. Aber deswegen waren wir ja auch nicht hier. Nun war es so weit, das erste Match war auf dem Plan. Wir hatten erst mal ausgeschlafen, in Ruhe gefrühstückt und Käffchen getrunken. Zum Mittag hatten wir diesmal Spaghetti Bolognese, um auch top vorbereitet zu sein. Gegen eins ging es dann nach Than Long. Anstoss sollte um 15.00 Uhr sein. Die Sonne strahlte am Himmel. Es sollte also wieder heiß werden. Frank und Willi übernahmen das Aufwärmprogramm und spielten auch selber mit. Jeweils rechts und links hinten, denn auf diesen Positionen wurde in Vietnam sowieso nicht gesucht. Ich begann auf der rechten Seite.IMG 5690 Der Windhund sollte also dort wirbeln. :)
Da wir keinen Torhüter hatten, bekamen wir einen vom gegnerischen Team. Die ersten Minuten verliefen ganz ordentlich. Ich hatte ganz gute Aktionen und bereite ein, zwei gute Chancen vor, aber im Abschluss hatten wir kein Glück. So kam es, wie es kommen musste, mit der ersten Chance vom Gegner gerieten wir in Rückstand. Unser Torhüter sah auch nicht so gut aus. In der Folgezeit sollten wir nicht so richtig in Tritt kommen und lagen zur Halbzeit verdient mit 3-0 hinten. Unser Keeper hatte seine Arme auch Falschrum ange-schraubt. In der Pause machte Frank eine ordentliche Ansage. Er war sauer und deutete an, dass wir so keine Chance auf einen Vertrag hätten. Er fragte auch noch, ob irgendwer Probleme hätte, nicht weiter spielen könnte oder kaputt sei. Ein, zwei Hände gingen hoch und hier war schon zu erkennen, wer den Willen hatte sich durchzubeißen und wer nicht.IMG 5691 Ich war müde und die Hitze setzte mir zu, aber ich wäre nie auf den Gedanken gekommen, vom Feld zu gehen. Die Ansprache hatte gefruchtet und wir kamen ordentlich zurück ins Spiel. Ich spielte nun zentral, was mir auch mehr lag. Wir hatten direkt in den ersten 5 Minuten der zweiten Hälfte 3-4 richtig gute Einschuss-gelegenheiten, die wir aber kläglich vergaben. Doch dann war endlich der Knoten geplatzt und das erste Tor für war gefallen. Ich sollte dann auch die Härte des einheimischen Fußballs zu spüren bekommen und erlitt eine Platzwunde am Kinn. Ein Ellbogen traf mich unglücklich. Alles nur, weil ich wieder dahin gehe, wo es weh tut. :D Wie mein Vater schon immer zu sagen pflegte: "Ein Indianer kennt keinen Schmerz", also wurde weiter gespielt.Iphone-Pics-955.jpg Leider ereignete sich dann aber dasselbe Schicksal wie im ersten Durchgang. Wir bekamen mit dem ersten Angriff das vierte Gegentor. Doch anders als in der ersten Halbzeit hielten wir jetzt dagegen. Im Gegenteil, nun hatten wir mehr zuzusetzen, als die Vietnamesen und kamen unter meiner Regie noch zum zwei und drei zu vier. Es gab noch viele Gelegenheiten das Spiel auszugleichen oder sogar zu gewinnen, aber wir agierten in manchen Situationen zu überhastet oder gar zu eigensinnig. Dies war aber auch den Worten von Frank und Willi anzulasten, die im Vorfeld ja von jedem Aktionen verlangten. Ich war ganz zufrieden mit meinem Spiel, aber ihr kennt mich, ich kann nicht verlieren und war dementsprechend sauer. Frank ging es genauso. Jeder konnte jetzt einschätzen, woran er noch zu arbeiten hatte und was ihm noch fehlte. Wir brauchten uns nicht zu verstecken, aber es war auch kein Spaziergang. Auch für die zwei Berater war das Spiel von gutem Nutzen. Hatten sie doch jetzt einen Eindruck von jedem Einzelnen. Es ging natürlich auch darum zu sehen, wen die Beiden zu welchen Vereinen und ob sie überhaupt alle schicken können. Frank und Willi bestätigten meinen Eindruck und sagten mir, dass sie sehr zufrieden mit meinem Spiel waren. Sie konnten nicht ganz nachvollziehen, warum ich in Deutschland keinen Verein mehr gefunden habe, aber das verstand ich ja selber nicht. :) Ist halt eine schwierige Situation nicht nur in Germany, sondern in ganz Europa. Ich konnte also mit einem ganz guten Gefühl aus dem Test herausgehen. So ging es dann auch zurück zum Hotel. Im Taxi diskutierten wir noch eifrig über das Spiel. Jeder schilderte seine Eindrücke und machte sich natürlich auch seine eigenen Gedanken. Im Fußball...auch in Vietnam steht und fällt alles mit dem eigenen Selbstvertrauen. Bekommst du Zuspruch und den nötigen Rückhalt spielst du immer besser. Back im Saomai sollte heute nix wildes mehr auf dem Programm stehen. Wunden pflegen war angesagt.....und natürlich noch Chicken mit Reis...:D

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Veröffentlicht in Vietnam

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