Than Long!

Veröffentlicht auf von Ben27

09.11.2001

 

 

                               Trainingsstart

 

 

Um 8.00 Uhr weckte mich der Gladiatorsoundtrack meines Handys, Deutschland schlief noch tief und fest. :) Ich konnte nicht sagen, dass ich mich besonders gut fühlte. Der Jetlag war deutlich zu spüren, und als ich den Wecker hörte, wollte ich einfach nur sterben. Egal wir hatten was vor. Es sollte ja kein Urlaub werden. Ab ins Bad, Wasser ins Gesicht, Zahnbürste in den Mund geworfen und schnell, was Großes erledigt. Gehört halt auch dazu. :D Trainingsklamotten angezogen, Laufschuhe an, Fußballschuhe untern Arm und so ging es runter zur Lobby. Unten angekommen gab es kein Frühstück, ich fragte nach, aber gut ist halt sehr schwer, wenn keiner Englisch spricht. Mein Vietnamesisch war noch nicht so gut. LoL! Pünktlich 8.30 Uhr kamen Frank und Willi ins Hotel, um uns abzuholen. Wie sollte es auch anders sein, sie waren mit einem Roller unterwegs. Wir waren nicht die einzigen Spieler, mit uns sollten auch noch Brasilianer, Afrikaner und andere Europäer trainieren. Mit 2 Taxen ging es dann zum Trainingsgelände Than Long. Es folgte die erste Bekanntschaft mit dem "Rasen" in Vietnam. Er sah aus wie ein großer platt gedrückter Feldsalat. :)

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Wembley hatte ich auch nicht erwartet und ein guter Fußballer kann auf jedem Untergrund spielen. Boaahhhhhh! 3 Euro ins Phrasenschwein, Doppelpass lässt grüßen. Wir erwärmten uns gute 15-20 Minuten, machten uns mit dem Grün vertraut und danach ging es auch sofort in die erste Spielform. 7-3 Positionsspiel stand auf dem Programm. Der Platz machte mir nun weniger zu schaffen, doch die unglaubliche Hitze war nicht  zu ertragen. Jetzt schon fast 30 Grad und kaum eine Wolke am Himmel. Frank störte das weniger, er scheuchte uns trotzdem gnadenlos über das Geläuf. Ich war froh zu sehen, dass es nicht nur mir so ging, sondern jeder Probleme mit dem Wetter hatte. Die Spielform dauerte ungefähr eine Dreiviertelstunde, fühlte sich aber an wie zwei. Danach folgte noch ein Spiel 5-5 über die Linie dribbeln. Hier war jetzt eigentlich nur noch Willen gefragt. Man musste sich durchbeißen. Das taten wir auch so gut wir konnten. Nach der Einheit sah ich aus, als hätte ich eine Stunde im Solarium verbracht und ich war fix und fertig. Ich trank gerade die sechste Flasche Wasser, da hörte ich Frank rufen...Come on Boys lets go to Gym. Ich dachte zuerst, ich habe mich verhört, aber dem war leider nicht so. Also hängten wir noch eine halbe Stunde im Kraftraum dran, bevor es dann wieder zurück zum Hotel ging.

Iphone-Pics-909.jpgIphone-Pics-911.jpg                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Völlig kaputt legte ich mich in die Dusche und wollte am liebsten den ganzen Tag so verweilen. Aber das war zu schön, um wahr zu sein. Viel Zeit blieb nämlich nicht, denn wir wechselten das Hotel, weil in diesem niemand auch nur ein Wort Englisch sprach und so hatten wir keine Chance uns zu verständigen. Es ging nur ein Hotel weiter, quasi an der nächsten Ecke war unser neues Domizil. Das SAOMAIHOTEL! Und hier sollten wir auch für die nächsten Monate bleiben.IMG 5978 In diesem Haus gab es eine junge Frau, die sehr gut Englisch sprach. Sie war den ganzen Tag vor Ort und stand für Fragen allzeit bereit. Micky und ich nahmen uns 2 Zimmer direkt nebeneinander, denn wir beide machten eh alles zusammen. Na gut nicht alles . :) Essen war bestellt und sollte jeden Tag um 12.00 und um 19.00 Uhr kommen. Wir konnten zwischen 5 Gerichten wählen: Chicken und Reis, Seafood und Reis. Spaghetti Bolognese, Rind mit Nudeln oder Fisch. Chicken und Reis sollte schnell zu unserer Hauptspeise werden. Nach der Stärkung wollten wir die nähere Umgebung unseres Viertels betrachten. Wir waren im District 7 untergebracht, die Stadt lag im District 1, nur zur Orientierung. Aber mit dem Taxi waren es auch nur 10 Minuten. In der Straße vom Saomai waren viele kleine Cafes anzufinden und 2 Friseurläden. Das traf sich ganz gut, denn ich hatte es vor meiner Abreise nicht mehr geschafft, mir die Matte schneiden zu lassen. An der Hauptstraße angelangt, herrschte ein buntes Treiben. Ein Geschäft jagte das Andere und die Vietnamesen wuselten nur so umher. Die Bikes fuhren wie immer kreuz und quer. Es gab Cafes, Bars, Restaurants, Massage, Banken sowie Handyshops mit Elektronikartikeln, Zubehör und Simkarten. Wir hatten unsere Telefonkarte bereits von Frank erhalten und waren damit immer erreichbar. Zuerst führte es uns in eine Bank um Geld zu wechseln und nun war es endlich soweit. Ich war MILLIONÄR! Lange hat es gedauert, aber hier in Saigon bin ich nun im Club der Reichen. :D 100 Euro waren ungefähr 2.800.000 Vietnam Dong. Geld hatten wir jetzt in der Tasche, also ging es direkt ab ins nächste Cafe, um die hart verdiente Kohle auch gleich auszugeben. Das war aber leichter gesagt als getan, bei den unverschämt günstigen Preisen der Einheimischen. Ein Kaffee sollte nicht mehr als 0,70 Cent kosten. Ich bestellte mir eine kulinarische Spezialität und ließ mir eine Kokussnuss schmecken. Danach gönnte ich mir noch einen eisgekühlten Cocktail mit Naturjoghurt. Beides extrem lecker! :)))

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                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Auf unserem weiteren Weg gelangten wir zum LOTTE MART! Dies sollte unser neuer Supermarkt werden. Nur 5 Minuten vom Hotel anzufinden. Er war riesig. Über 3 Etagen konnte man alles bekommen. Unten gab es ein Cafe, Fast Food und Lebensmittel, in der Mitte Bekleidung, Möbel und Haushaltswaren, ganz oben KFC, ein Kino, ein Bowlingcenter, mehrere Schnellrestaurants und ein Kinderspielparadies. 

Iphone Pics 1435Hier sollten wir doch gut aufgehoben sein für die nächste Zeit. Es wurde auch gleich was eingekauft, damit wir was Leckeres zu Trinken und zu Essen hatten für die nächsten Tage. Ich holte mir Himbeermarmelade und Erdnussbutter, da es zum Frühstück immer nur ein trockenes Baguette geben sollte. Ein paar kleine Snacks waren natürlich auch im Einkaufsbeutel...Oreoooooo mein absoluter Favorit! :) Back im Hotel gab es Abendbrot, oder wie wir jetzt immer sagen, Dinner. Danach saßen wir noch gemütlich vorm Hotel und genossen die Wärme. Der zweite Tag neigte sich dem Ende entgegen. Auf ins Zimmer und ausruhen für die nächste Hölleneinheit von Frank in der Hitze von Than Long. Aber wer Großes erreichen will, muss auch dafür arbeiten. So siehts aus und damit sag ich mal wieder....Tam Biet Saigon!

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