Xiamen!!!
15.01.2012
Die Nacht war der absolute Horror. Ich wusste nicht, mit wem ich zusammengeschlafen hatte, weil er die ganze Zeit unter der Decke schlief, aber er huste und röchelte die gesamte Nacht lang. Nach den Geräuschen zu urteilen, muss er vier Meter groß gewesen sein und mindestens hundertfünfzig Kilo gewogen haben. :D Ich bin eigentlich nicht sehr pingelig, doch das war schon sehr ekelig. Viel schlafen konnte ich nicht und deswegen machte ich mich schon früh auf zum Frühstück. Um neun war es angedacht, aber ich begab mich schon eine halbe Stunde früher auf den Weg. Surfte so lange ein wenig im Internet und schrieb den Eltern, dass alles in Ordnung sei. Viertel vor neun kam ein anderer Ausländer in die Lobby. Er begrüßte mich, sein Name war Patrick, er war schwarz und spielte zuletzt in England. Von der Statur her könnte es mein Zimmerpartner gewesen sein. Der Mann, der mich vom Flughafen abgeholt hatte, kam auf uns zu und meinte wir könnten schon frühstücken gehen. Also begaben wir uns ins Restaurant. Es war ein Buffet aufgebaut. Es gab verschiedene Sachen wie Nudeln, Reis, Fisch, Suppe, aber nichts Wirkliches, was man zum Frühstück ist. Zumindest nicht für mich. Irgendwas musste ich essen und deswegen entschied ich mich für chinesische Nudeln. Mittlerweile kam auch die Mannschaft herein. In Windeseile füllte sich der Raum. Die Jungs nahmen sich alles, was das Buffet hergab, und spachtelten rein, als gäbe es kein Morgen mehr. Ich unterhielt mich während dem essen mit Patrick. Er erzählte mir, dass heute frei sei, und sie die gesamte letzte Woche immer, zweimal täglich trainiert und 2 Spiele absolviert hätten. Uiii dachte ich mir. Das war wirklich viel. Es gesellte sich ein weiter ausländischer Spieler zu uns. Er war Brasilianer und hieß Gledson. Und noch einer sollte folgen, wieder ein Afrikaner. Seinen Namen verstand ich nicht. Ich fragte, mit wem ich denn auf dem Zimmer sei und Letztgenannter meinte nur, dass er schon geschlafen habe und heute morgen nur die Koffer sah. Also er war der Übeltäter. Er war nicht größer als ich und fast noch schmächtiger. Der Kerl konnte doch unmöglich derjenige sein, der solche Geräusche von sich gab. Aber es wahr wohl so. Nach einiger Zeit kam einer der Trainer auf uns zu und redete wirr auf Chinesisch los. Keiner von uns wusste, was los war. Der nette Herr vom Flughafen übersetzte und meinte, dass wir unseren Berater kontaktieren sollten. Ich rief John an und übergab das Telefon. Wenig Minuten später, als ich das Telefon zurückbekam, sagte mir John, es sei alles in Ordnung und nach dem Lunch habe ich mein eigenes Zimmer. Gut, schön zu hören. Ich gab das Telefon noch Gledson, denn er war anscheinend auch einer von John´s Jungs. Danach ging ich zusammen mit dem anderen Afrikaner aufs Zimmer. Wir redeten ein wenig und er schien trotz allem ganz in Ordnung zu sein. Er erzählte mir, dass er 8 Stunden auf dem Flughafen gewartet hat, bevor ihn jemand abholte. Ich regte mich schon bei einer halben Stunde auf. Kein Wunder, dass er völlig kaputt war, denn vorher war er auch schon 27 Stunden unterwegs gewesen. Hut ab. Er schlief auch direkt wieder ein. Mittag war um 12.00 Uhr und Patrick meinte, Treffpunkt wäre immer 15 Minuten vorher in der Lobby. So begaben wir uns also Viertel vor 12 nach unten. Es war noch keiner da und 10 vor füllte sich langsam die Halle. Der Trainer sprach ein paar Worte und dann durften wir zum Essen gehen. Die Chinesen hatten ähnliche Essmanieren wie die Vietnamesen, nämlich keine. :D Es wurde gespuckt, gerülpst, die Nase hochgezogen, also alles, was das Herz begehrte. :) Ich kenne da jemanden, der wäre gestorben, alleine vom Anblick, erst recht beim Zuhören. ;) Schön war wirklich was anderes. Nach dem Essen bekamen wir unsere neuen Zimmer zugeteilt. Patrick sollte uns auch noch Trainingssachen geben. Er hatte drei Sätze bekommen und gab jeweils einen mir und dem anderen. Patrick meinte, er würde am Nachmittag gerne in die Stadt und Gledson und Ich schlossen uns an. Ich sagte ihm meine Zimmernummer und sie wollten mich später abholen. Schnell holte ich meine Koffer und bezog mein neues Reich. Ich war richtig froh ein Einzelzimmer zu haben. Eine Stunde später klopften Patrick und Gledson an meine Tür. Sie holten mich ab zum Stadtbummel. Ich zog alles an, was ich mithatte, denn im Gegensatz zu Saigon waren hier nur um die 15 Grad und es regnete. Immer noch kein Vergleich mit Deutschland, aber wenn man 2 Monate 30 Grad gewohnt war, dann frohr man auch bei dem Wetter. Brrrr! Leider hatte ich auch keine Jacke dabei. Wenigstens ein paar Kapuzenpullis hatte ich mit. In Saigon noch verflucht, war ich jetzt froh, sie dabei zu haben. Dick eingemummelt ging es ab, Xiamen zu erkunden. Auf dem Weg gab es die ersten riesigen Bauwerke zu bewundern.
In China schien alles etwas größer zu sein als normal. Es fing an zu regnen und so gingen wir in die nächste Shoppingmall. Ganz unten befand sich direkt ein Apple Store und ich checkte gleich mal, ob ein iphone hier günstiger war. Leider waren die Preise ähnlich wie in Deutschland und nicht wesentlich günstiger. In der Mall gab es zahllose Geschäfte. Allein Nike und Adidas waren dreimal anzutreffen. Wir schauten uns ein wenig um, und beschlossen dann weiter zu ziehen.
Vor dem Eingang bereitete man sich schon auf das anstehende chinesische Neujahr vor. Die Chinesen feierten nicht wie wir am 31.12 ins neue Jahr, sondern am 23.01 und die Feierlichkeiten dauerten eine Woche. Wir wollten die Straßenseite wechseln, um in den gegenüberliegenden Supermarkt zu gelangen. Wir gingen durch eine Unterführung und plötzlich standen wir im nächsten Einkaufsparadies. Wieder gab es Hunderte von Geschäften, die sich aneinanderreihten. Also stöberten wir noch ein wenig weiter. Es reichte dann aber auch langsam und wir begaben in Richtung Supermarkt. Es regnete immer noch. Trotzdem waren unglaublich viele Menschen unterwegs. Wir liefen in den Markt und glaubten nicht, was wir sahen. Ein absolutes Chaos. Ganz Xiamen wollte anscheinend gerade jetzt einkaufen. Man kam fast gar nicht hinein und so sparten wir uns das lieber. Wir machten uns auf den Rückweg und kauften ein paar Kleinigkeiten am Kiosk. Um sechs gab es wieder Abendbrot. Danach skypte ich mit den Ellies und erzählte ihnen von meinen ersten Eindrücken. Es war ja schon einiges los. Am Abend versuchte ich auf Facebook zu gehen, aber in China wurde dies geblockt und jede Art bei der Suche auf Google ebenfalls. Ich fand natürlich trotzdem einen Weg das System zu umgehen. ;) Es funktionierte jedoch nur auf dem Netbook, iphone und ipad hatten keine Chance. Nun war mittlerweile auch Schlafenszeit. Morgen standen die ersten Einheiten an und ich war gespannt...