Xiamen!!!

Veröffentlicht auf von Ben27

20.01.-29.01.2012

 

 

 

 

                              Warten auf Kunming

 

 

 

Am frühen Morgen machte ich mich auf, um Hongkong zu entdecken. Ich frühstückte noch im Hotel und fuhr dann Richtung Flughafen. Die Vorfreude war groß. Ich stand vor dem Abflugschalter Domestic-Flights und suchte vergeblich meinen Flug nach Hongkong. So begab ich mich zur Information und fragte nach. Dort sagte man mir, dass Hongkong als internationaler Flug galt. Also machte ich mich auf den Weg dorthin, aber schon wärenddessen kam mir der Gedanke, wenn Hongkong als internationaler Flug galt, brauch ich dann wieder ein neues Visum, um zurückzu-kommen. Ich lief zum Schalter und sie bestätigten mir, was ich befürchtete. Ich rief John an, fragte ihn noch mal, aber auch er meinte, dass ich dann eines neues Visum beantragen müsste. Da das Visum in Vietnam schon so lange dauerte, war mir das zu risikoreich und so zerplatzte der Traum von Hongkong, bevor er überhaupt angefangen hatte. Naja dann ging es zurück zum Hotel. Leider. Die meisten Spieler waren bereits abgereist, auch die ausländischen und so war ich mit Gledson alleine. Es gab auch kein Buffet mehr, von jetzt an mussten wir immer per Karte bestellen, was sich am Anfang als schwierig herausstellte. Denn die gesamte Speisekarte war in chinesischen Schriftzeichen. Glücklicherweise befand sich noch ein Gast im Hotel, der auch englisch sprach und so bestellten wir über ihn unser Essen. Die nächsten Tage sollte es dann aber auch eine Karte in Englisch geben. Am Nachmittag spazierten wir durch Kunming und suchten ein Elektronikgeschäft, wo wir uns einen neuen Akku für unsere Laptops besorgen wollten. Wir fanden auch einen riesigen Elektronikmarkt, der sich über 6 Etagen erstreckte. Hier gab es alles. Handy, Laptops, Kameras, Zubehör etc. Ich hoffte, fündig zu werden. Nach mehrmaligen Nachfragen wurden wir in die letzte Etage verwiesen, denn hier gab es alle möglichen Akkus. Ich glaube wir fanden jeden Akku der Welt, nur meinen nicht. Jeder Verkäufer meinte zu mir, dass sie den leider nicht hätten. Wenigstens Gledson hatte Erfolg. Aus Frust kaufte ich mir noch eine iPad-Tasche und dann liefen wir zum Hotel zurück. Xiamen schien eine ganz schöne Stadt zu sein, leider regnete es zurzeit meist. Am Abend informierte uns John, dass Gledson und ich ein Doppelzimmer nehmen sollten, was wir auch direkt taten. Ich kam mit dem Brasilianer gut klar, er war absolut in Ordnung. Ein feiner Kerl. ;) Die nächsten Tage joggten wir morgens immer und fanden dabei eine schöne Laufstrecke rund um den Jimei Jiageng Park. Er lag mitten im Herzen der Stadt. Der Anblick war eine willkommene Abwechslung 

IMG_6050.JPGIMG_6024.JPGzwischen den Hochhäusern und dem damit verbundenen chinesischen Fortschritt. Xiamen war eine Insel und für seine traumhafte Küstenlandschaft bekannt. Leider hatten wir mit dem Wetter kein Glück, denn es sollte auch die kommende Woche ununterbrochen regnen. Da blieben nicht viele Entfalltungsmöglichkeiten und so verbrachten wir die meiste Zeit im Hotel. Das Gute daran war, dass ich dadurch mit meinem Blog sehr gut vorankam. Am Montagabend wollten wir uns das Feuerwerk trotz des schlechten Wetters nicht entgehen lassen. Die Straßen wurden extra 1 1/2 Stunden vorher abgesperrt und wir begaben uns deswegen 2 Stunden vorher zur Gulang Huandao Road. Sie lag direkt am Strand, wo auch das Feuerwerk sein sollte. Es war schon ordentlich gefüllt, viele Chinesen hatten Zelte aufgebaut und selbst gemachtes Essen dabei.IMG_6077.JPG Gegenüber vom Strand der Straße entlang, befanden sich mehrere Stände, an denen man einheimische Spezialitäten kaufen konnte. Gledson war etwas abgeschreckt, aber ich schlug unerschrocken zu. Zum Anfang gab es einen leckeren Maiskolben, selbstverständlich ;), danach nahm ich eine Nudelsuppe und ließ mir alles rein-machen, was der Stand zu bieten hatte. Ich wusste nicht recht, was ich aß, aber es war sehr lecker. Mittlerweile war sowohl die Straße als auch der Stand proppenvoll. Wir zwei unter Tausenden Chinesen, ein herrlicher Anblick. Langsam liefen wir wieder rüber, denn das Feuerwerk sollte alsbald beginnen. Wir schleusten uns durch die Massen und versuchten einen guten Platz zu ergattern. Es war nicht einfach, wenn man nicht genau wusste, wo die Raketen in die Höhe gingen. Wir postierten uns nähe der Absperrung. Ich schaute auf die Uhr, es war kurz vor acht und damit jeden Moment so weit. Die Chinesen konnten es ebenfalls nicht abwarten und drängelten wieder, was das Zeug hielt. Dann gab es ein lautes Erstaunen allerseits und das Feuerwerk begann.Iphone-Pics-1607.jpg Es war schön anzusehen, von zwei Seiten schossen die Leuchtraketen in die Luft. In allen möglichen Farben erschien der Himmel nun. Also jetzt noch mal:

 

                 Happy New Year! Willkommen im Jahr des Drachen!                  

 

Die Chinesen erfreuten sich der Lichterpracht und kreischten wie die Verrückten. Ich hatte manchmal das Gefühl, sie würden so etwas zum ersten Mal erleben.Iphone-Pics-1610.jpg Ganze 40 Minuten dauerte das Spektakel und ließ uns für kurze Zeit, die Kälte vergessen. Nach dem die letzte Rakete den Himmel erhellte, stürmten alle wie von der Tarantel gestochen auf die Straße zu. Notgedrungen liefen wir mit den Massen. Die Schwierigkeit jetzt bestand darin, ein Taxi zu finden. Die meisten waren belegt oder wurden uns vor der Nase weggeschnappt. So mussten wir noch einen Fußmarsch von 30 Minuten absolvieren, ehe wir eines bekamen. Trotzdem war es ein schöner Abend gewesen und etwas Abwechslung im tristen Hotlelleben. :D Die Tage vergingen, der Regen blieb. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen noch zum Inselchen Gulangyu zu fahren, die mit einer kurzen Fahrt mit der Fähre zu erreichen war, aber das Wetter machte uns immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Doch irgendwann war es uns dann auch egal und wir nahmen das beliebteste Touristenziel Xiamens in Angriff. An der Rezeption stellte sich wieder dasselbe Problem, keiner verstand mich. Ich wollte einfach nur, dass sie mir in chinesischer Schrift den Weg zur Fähre für den Taxifahrer aufschreiben, aber sie mussten erneut jemanden anrufen, dem ich am Telefon erklären konnte, was ich wollte.IMG_6098.JPGLetztendlich schafften wir es. Zur Fähre waren es nur ein paar Minuten mit dem Taxi. Schon vor dem Aussteigen sahen wir unzählige Menschen. Die Chinesen konnte auch das mieseste Wetter nicht abhalten oder erschüttern.IMG_6097.JPG Wir kauften die Tickets und gingen mit den Massen auf die Fähre. Pünktlich zum Start fing es, wieder an zu regnen. Herrlich! Wir machten erst eine Rundfahrt um die Insel und legten danach an. Da waren wir nun auf der 16000 Einwohner kleinen Insel Gulangyu. Um die Ruhe zu gewährleisten und die Umwelt zu schonen, verkehrten keine Autos auf der Insel. Wir liefen dem Menschenstrom hinterher. Etwas planlos schauten wir uns erst einmal um und überlegten, welchen Weg wir einschlagen sollten. Und wie schon mein Fahrlehrer immer sagte, wenn man nicht weiter weiß, immer geradeaus. :D Das Inselchen machte einen ganz netten Eindruck. Überall führten kleine Wege und Gassen in alle Richtungen. Es erinnerte mich ein wenig an Italien. Wir liefen durch einen großen Tunnel und gelangten an eine kleine Straße mit vielen Souvenirshops. Links ging es eine steile Treppe bergauf und diese sollten wir nehmen. Nach mehreren Hundert Stufen kamen wir zu einer eher unentdeckten Aussichtsplattform.

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Wir kämpften uns durch ein kleines Wäldchen, Höhlen, kletterten eine Leiter hinauf und da waren wir. Von hier aus hatte man einen schönen Ausblick auf Kunming. Das war aber noch nicht der höchste Punkt der Insel, denn dieser war nämlich der Sonnenscheinfelsen. Den wollte ich auf jeden Fall noch besichtigen. Also schlenderten wir munter weiter. Wir kamen an wirklich schönen Plätzen vorbei. Ein Vogelpark begegnete uns sowie wunderbare alte Bäume, die sichIphone Pics 1675 

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über die gesamte Insel erstreckten. Weiterhin gab es an fast jeder Ecke Fisch, den man sich frisch zubereiten lassen konnte. Es war ein malerisches Fleckchen das Inselchen. Ich denke im Sommer ist es bestimmt traumhaft. Der Sonnenscheinfelsen war nun auch ausgeschildert und wir gelangten auf direktem Wege zu ihm. Gledson wollte nicht mit nach oben, er meinte er wäre kaputt, aber ich ließ mir dieses Highlight nicht entgehen. Mit mir wollten das aber auch noch tausend andere Chinesen. Um Fotos zu schießen oder nach ganz oben zu gelangen, musste ich teilweise mit Ellbogeneinsatz arbeiten. :D Unglaublich, wie die Chinesen drängelten. Manchmal schon unverschämt. Es dauerte ein Weilchen, bis ich den Gipfel erreichte, aber die Anstrengung hatte sich gelohnt. Ein traumhafter Blick über die Kolonialvillen von Gulangyu und Xiamen erwartete mich. Bei gutem Wetter konnte man sogar bis nach Taiwan schauen. Hier herrschte natürlich noch mehr Chaos und ich musste ein, zwei Chinesen von der Plattform schmeißen,

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um ein Foto zu schießen. Ich fragte eine junge Frau, ob sie ein Bild von mir machen könnte, was sie auch tat, aber ich wusste nicht, ob sie was mit den Augen hatte, weil sie das iPhone komplett schief hielt. Naja ich bedankte mich trotzdem freundlich und kehrte dem Felsen den Rücken. Kaum als ich den Platz verlassen hatte, stürmten die Massen sofort drauf zu. Ich begab mich nun wieder nach unten, wo Gledson brav auf mich wartete. Wir liefen noch ein wenig, aber mittlerweile fing es richtig an zu schütten und so überlegten wir uns zurückzufahren. Wir gingen diesmal andersherum, um die andere Seite der Insel zu besichtigen. Wir kamen an vielen kleinen niedlichen Läden vorbei und einer langen Straße mit mehreren Restaurants und Bars.Iphone-Pics-1733.jpg Wir folgten derweil den Schildern zur Ferry, die uns jedoch mehr in die Irre führten als ans Ziel. Wir liefen einmal im Kreis und waren wieder dort, wo wir losgelaufen waren. 2 Touris auf Gulangyu. :D Aber selbst ein blindes Huhn findet mal ein Korn und so sollten auch wir die Fähre erreichen. Es war nun schon dunkel und hier war kein Mensch mehr zu sehen. Anscheinend waren wir nur am Anlegepunkt und nicht dort, wo die Fähre auch wieder ablegen würde. Klappt ja sehr gut alles! Nicht! Ich meinte zu Gledson, dass wir einfach die Promenade zurücklaufen sollten, bis wir an einen anderen Ableger gelangten. Das taten wir auch und sollten Erfolg mit dieser Strategie haben. Ich war nun auch froh, dass es endlich zurückging, denn ich war durchnässt und müde. Immerhin waren wir den ganzen Tag auf den Beinen. Bevor es endgültig zum Hotel ging, machte ich noch ein paar Postkartenfotos von Xiamen. ;) Kannste nicht lernen. :)Iphone-Pics-1765.jpg Die Taxisuche danach stellte sich noch mal als Hinderniss heraus, denn es wollte uns anscheinend kein Fahrer zum Hotel bringen. Sie schüttelten alle nur den Kopf. Ich kam zu der Ansicht, dass der Weg ihnen zu nah war und sie kein wirkliches Geld bei der Fahrt verdienen konnten. Den vierten Taxifahrer beschimpfte ich daraufhin in meiner bekannten liebreizenden Art und Weise mit den Worten: "Va Fangulo, Stronzo, Ce Cazzo". :D Irgendwann erbarmte sich einer und in weniger als 5 Minuten waren wir im Hotel. Wir aßen schnell und ich nahm danach erst mal eine lange heiße Dusche im Zimmer. Was für eine Wohltat. :) Langsam neigte die Woche sich auch dem Ende entgegen und ich war gespannt, wann es nun endlich weitergehen würde. John meinte sein Partner würde sich spätestens Freitag melden und uns die Flugdaten durchgeben. Der Freitag kam und nichts passierte, im Gegenteil am Abend sollten wir unser blaues Wunder erleben. Es klopfte an unserer Tür, ich öffnete und bevor ich etwas sagen konnte, sprintete eine junge Dame an mir vorbei ins Zimmer. Draußen warteten ebenfalls noch 4 Personen, die wie wild chinesisch redeten. Sie sprach englisch und meinte zu uns, wir sollten die Hotelrechnung bezahlen, ansonsten müssten wir auschecken. Ich blieb erst mal ganz ruhig und rief Jonh an, um zu erfahren, was los sei. Er sagte, es wäre alles bezahlt, bereits vor einer Woche hätte das Hotel Geld erhalten und sie sollten bei der Bank nachschauen. Die Dame meinte aber immer zu mir, dass sie kein Geld erhalten hätten. Keiner der Personen bewegte sich auch nur einen Zentimeter vom Zimmer weg und nach mehreren Telefonaten gab es immer noch keine Lösung. Mittlerweile schlug meine Stimmung um und ich meinte zu Gledson, dass ich gleich rausgehe und einem auf die Mappe haue. Er war bereit zu folgen. :D Ich fragte die Frau, ob das die Art und Weise sei, wie man in China mit solchen Sachen umgeht, und versuchte ihr zum wiederholten Male zu erklären, dass das Hotel bezahlt sei. Es war jedoch alles zwecklos. Irgendwann hatte ich die Nase voll und ging zur Rezeption und bezahlte die Rechnung. Frank und John haben mir versichert, alles wiederzuerstatten. Gut zu wissen. Das war halt China, wie es leibt und lebt. Nach der dreistündigen Diskussion war ich natürlich hungrig und gemeinsam mit Gledson sündigten wir heute Abend bei Mc Donalds. Im Hotel hatten wir verständlicherweise keine Lust zu speisen. Am nächsten Tag sollte es immer noch nicht losgehen. Wir mussten eine weitere Nacht im Hotel verbringen, bis wir endlich am Sonntag unsere Tickets nach Kunming erhielten. Endlich konnte es weitergehen...

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