Kunming!!!
30.01.2012
Da war ich also nun im nationalen Sporttrainingscenter von Haigeng in Kunming. ;) Früh ging es raus am Morgen, denn um 8.00 Uhr war Frühstück angesagt. 10 Minuten vorher war, wie gewohnt, treffen. Als alle anwesend waren, liefen wir zum Essen.
Wir kamen in eine große Halle, wo ungefähr 5 Mannschaften, frühstücken sollten. Es war ein Buffet aufgebaut, an dem sich auch gleich jeder bediente. Es wirkte alles wie in einer großen Kantine. Massenabfertigung Made in China. :D Man musste sich beeilen beim Essen holen, denn wenn man zu spät kam, hatte man keinen Sitzplatz. Alles erst einmal sehr gewöhnungsbedürftig. Nach dem Frühstück ging es auch alsbald zum morgendlichen Aufgalopp. Die Trainingsanlage war groß und umfasste 16 Plätze, die für chinesische Verhältnisse alle einen relativ guten Eindruck machten.
Jede Truppe hatte ihren eigenen Trainingscourt und wir begaben uns sogleich auf unser Geläuf. Es sollte eine lockere 2 Stunden Einheit mit Pass-, Torschuss- und Spielformen folgen. Ich trainierte gut. Am Nachmittag stand das erste Spiel auf dem Programm. Zurück in der Unterkunft wechselte ich mit Joseph das Zimmer. Ich war ganz froh, denn es war nicht gerade eine Luxusherberge. Aber leider sollte es keine wirkliche Verbesserung geben. Das Bad war klein und alt, die Dusche rostig, die Fliesen dreckig und der Duschvorhang sah aus, als würde er mich gleich anspringen. :D Gegen das Bad waren die Zimmer fast edel. Viel Freiraum hatte man jedoch auch hier nicht. Wir als Ausländer hatten sogar noch Glück, weil wir uns das Zimmer zu zweit teilen durften, die Chinesen mussten zu dritt ausharren. Hilfe! Handtücher und Klopapier gab es auch nicht, alles musste selber gekauft

werden. Sachen wurden natürlich ebenfalls selber gewaschen, Internet gab es für 3 Euro am Tag, allerdings nur mit Kabel und es funktionierte eher schlecht als recht. Wifi war nur an der Information verfügbar. Ich würde es überleben. Außerdem war ich ja auch nicht hier, um einen Wellnessurlaub zu machen. ;) Beim Mittag spielte sich dasselbe Spektakel ab, wie beim Frühstück. Mehrere Hundert schmatzende Chinesen auf einem Haufen. :) Mit Mittagspause war auch nichts, denn kurz vor zwei ging es bereits zum Spiel. Der Trainer gab die Aufstellung bekannt und ich sollte von Beginn an auf meiner Lieblingsposition spielen dürfen, nämlich auf 10. Das Match lief richtig gut, ich bereite das 1-0 vor und hätte selber 2 Mal treffen können. Ich war viel unterwegs, hatte viele Ballkontakte und präsentierte mich sehr, sehr ordentlich. Zur Pause führten wir 1-0 und der Trainer wechselte komplett durch. Ich schaute mir das Geschehen nun von draußen an. Wir machten noch das 2-0 und ich ging davon aus, dass jetzt Schluss sei, aber da hatte ich mich getäuscht. Wir spielten sogar eine dritte Halbzeit. Dreimal 45 Minuten hab ich auch selten erlebt. Ich musste also noch einmal aufs Parkett. Nicht gerade optimal, da ich die gesamte zweite Hälfte nur rumgesessen hatte. Nach einer kurzen Erwärmung sollte es direkt weiter gehen. Ich konnte meine Leistung aus dem ersten Durchgang bestätigen, aber ein paar Minuten vor dem Ende zuckte mein Oberschenkel hinten links. Na toll. Da lief alles so gut und dann so was. Mist! Nach Ende des Spiels kühlte ich sofort mit Eis und hoffte, dass es nicht so schlimm war. Abwarten. Nach dem Abendessen hielt ich Rücksprache mit Frank und John. Ich informierte sie, dass ich etwas Probleme hatte. Wichtig war aber erst mal, dass ich ein gutes Spiel abgeliefert habe. Alles andere werden wir sehen, meinte Frank. Ich sollte mich auskurieren, was ich auch tat. Großartig anderes blieb mir auch nicht übrig...